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In einer immer wieder bewegten Vergangenheit hat sich die einstige Siedlung, die heute Kreisstadt ist und ein wesentlicher Teil der Rhein-Main-Metropole, beständig entwickelt. Dafür haben die Menschen gesorgt, die hier leben.

Über die wichtigsten Stationen vom einstigen "Dicenbah" zum heutigen "Dietzenbach" informieren Sie die nachfolgenden Texte, die Sie sich auch in einer ausführlicheren Form vorlesen lassen können. 

Wir wünschen Ihnen eine spannende Reise in die Vergangenheit sowie interessante Erkenntnisse über unsere Kreisstadt.

  

Vor- und frühgeschichtliche Zeit

Bereits in prähistorischer Zeit war das Gebiet der Dietzenbacher Gemarkung von Menschen besiedelt. Im Jahre 1990 konnte durch archäologische Grabungen im Bereich des neuen Stadtzentrums eine etwa 8.000 Jahre alte Siedlung aus der Jungsteinzeit nachgewiesen werden. Seither dürfte die Dietzenbacher Gemarkung durchgängig besiedelt gewesen sein, wie zahlreiche Funde aus der Bronzezeit (Urnenfelderkultur), Eisenzeit (La-Tène) und der Römerzeit belegen. 
 
An der so genannten ”Russenhütte” wurde eine große Zahl von Brandgräbern aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit (ca. 1.000 v. Chr.) ausgegraben. Die damaligen Bewohner bestatteten die Asche ihrer Toten in tönernen Urnen und überdeckten sie mit schweren Steinplatten.

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1220: Erste urkundliche Erwähnung

Die erste urkundliche Erwähnung Dietzenbachs stammt aus der Zeit um 1220 n. Chr.: In einem Güterverzeichnis des Klosters Patershausen ist vermerkt, daß Pfarrer Luphridus von Preungesheim seine Güter, darunter einen Hof in ”Dicenbah”, dem Kloster vermacht. ”Item in dicenbah...”

Dietzenbach bestand aber schon viel länger und ist wahrscheinlich eine Gründung der 2. Merovingischen Siedlungsperiode (6./7. Jh. N. Chr.), worauf u.a. die Endsilbe ”-bach” im Ortsnamen hindeutet. Während des Mittelalters existierten auf dem Gebiet der Dietzenbacher Gemarkung noch weitere Ansiedlungen: Ippingshausen und Hartcheshofen im Süden und Richolfshausen wahrscheinlich im Norden. Diese Dörfer wurden von ihren Bewohner jedoch wieder aufgegeben (Wüstungen).

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1618-1648: Verwüstung Dietzenbachs im Dreißigjährigen Krieg

Die Geißeln des Dreißigjährigen Krieges – Seuchen, Hungersnot und die marodierende Soldateska – suchten auch das seit 1545 evangelische Dietzenbach heim. Zwei Pestepidemien in den Jahren 1622 und 1625 rafften einen Großteil der Bevölkerung hin, die Hungersnot tat ein übriges. 1634 wurden die überlebenden Dietzenbacher von den Schweden vertrieben. Das Dorf brannte zum größten Teil ab und blieb mehrere Jahre unbewohnt.

1641 kehrte ein kleines Häuflein Dietzenbacher zurück – die ehemals stattliche Einwohnerzahl von 350 bis 400 Seelen hatte sich auf ein Sechstel reduziert, und es vergingen viele Jahrzehnte, bis die Gemeinde ihre Bevölkerungsverluste wieder ausgeglichen hatte.

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1846-1847: Hungersnot und Auswanderungswelle nach Nordamerika

Bereits in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde auch Dietzenbach von der Auswanderungswelle nach Übersee erfaßt. Blieb es zunächst noch bei Einzelfällen, so kam es im Gefolge der Not- und Hungerjahre 1846/47 zu einer regelrechten Massenauswanderung nach Nordamerika – 33 Familien verließen Dietzenbach, um in der ”Neuen Welt” ihr Glück zu machen.

Insgesamt wanderten im 19. Jahrhundert mehr als 500 Menschen aus Dietzenbach nach Übersee aus (laut Kirchenbuch 481 in die USA, 21 nach Australien und zwei nach Brasilien). Die Bevölkerung Dietzenbachs wurde deutlich reduziert – so sank die Einwohnerzahl von 1.494 im Jahre 1843 auf 1.333 Personen im Jahre 1858.

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1898: Eisenbahnanschluss

Mit der Eröffnung der 9,6 km langen Bahnlinie Offenbach/Bieber-Heusenstamm-Dietzenbach brach für die Gemeinde ein neues Zeitalter an. Die zahlreichen Dietzenbacher Fabrikarbeiter und Bauhandwerker konnten nun täglich bequem zu ihren Arbeitsplätzen in Offenbach und Frankfurt pendeln, die Landwirte konnten ihre Produkte jetzt schneller zu den Märkten der Großstädte transportieren. Im Juni 1982 wurde der Personenverkehr auf der Regionalbahnline R 10 eingestellt, einige Jahre später dann auch die Expressgut- und Bahngepäckabfertigung im Bahnhof Dietzenbach.

Nach jahrzehntelangem Ringen wird Dietzenbach im Jahre 2003 einen S-Bahn-Anschluß nach Offenbach bekommen.

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1933-1945: Ende des Nazi-Regimes und demokratischer Neubeginn

Unter der Herrschaft der Nazis wurde die zwanzigköpfige jüdische Gemeinde Dietzenbachs vertrieben und teilweise umgebracht, mehrere Dietzenbacher fielen der politischen Verfolgung und der sogenannten ”Euthanasie” zum Opfer. Der Zweite Weltkrieg forderte insgesamt 249 Menschenleben von der Dietzenbacher Bevölkerung.

Nach dem Zusammenbruch 1945 mußte die Gemeinde mehr als 750 Flüchtlinge und Vertriebene aufnehmen. Die dadurch verursachte große Wohnungsnot drängte die Gemeinde zu einer regen Bautätigkeit: 1946 bis 1948 entstand die Siedlung ”Am Hinterwald”, 1950 wurde mit der Siedlung an der Spessartstraße in Steinberg begonnen, 1952/53 wurde eine ”Nebenerwerbssiedlung” rechts der Frankfurter Straße errichtet.

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1970: Verleihung der Stadtrechte

Die dörflich geprägte Gemeinde Dietzenbach erlebte nach dem 2. Weltkrieg eine rasante Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung: Zählte der Ort 1950 noch rund 4.700 Einwohner, so wurde im Jahre 1967 bereits die 10.000-Einwohner-Marke überschritten. 1970 - im Jahre der Stadtwerdung - war die Bevölkerung auf rund 13.000 Personen angewachsen.

1971 wurde Dietzenbach als ”Siedlungsschwerpunkt” ausgewiesen und im Januar 1973 durch Rechtsverordnung der Hessischen Landesregierung als erste Stadt in Hessen zum ”Entwicklungsbereich” erklärt. Die Folge davon war eine rege Bautätigkeit – Dietzenbach und der Ortsteil Steinberg wuchsen zusammen und ein neues Stadtzentrum entstand.

Zur Jahrtausendwende leben in Dietzenbach rund 34.000 Menschen, davon stammt fast ein Drittel aus 110 verschiedenen Nationen.

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